Britische Käserenaissance

Nicht nur Käse! am 22. März

Detailaufnahme Kupferkesselrand in der Käserei Robert Dommel aus dem Jahr 1964


Käsereisen sind zum Teilen da! Und sie machen umso mehr Freude, wenn neben spannendem Käse aus Großbritannien auch so viele neue – und weit mehr als käsebegeisterte – Gesichter mit am Tisch zusammenkommen.

Also: Warum eigentlich das Thema Britische Käserenaissance? Die Wiederauferstehung eines Handwerks im Vereinigten Königreich – muss das so groß aufgezogen sein? Ja. Würde nicht auch einfach „Käse aus GB“ reichen? Nein.

Denn noch immer wird „Käse von dort“ – gerade im Ausland – mit karottenfarbenem Cheddar assoziiert. Der Ärmelkanal scheint erstaunlich wirksam darin zu sein, dieses Feuerwerk einer seit den 1980er-Jahren wiederauflebenden Käsekultur nur gedämpft im hiesigen Mindset ankommen zu lassen.

Denn britischer Käse ist eine ganze Landkarte aus Familiennamen, Terroirliebe und regionaler Raffinesse. Alles andere als selbstverständlich: Während des Zweiten Weltkriegs wurde die Herstellung nahezu aller britischen Käse außer Cheddar untersagt. Milch war rationiert, die Regierung setzte auf haltbare Einheitsprodukte.

Der Cheddar blieb – als britischer Urkäse, als Industrieprodukt im Supermarkt (heute, nicht zuletzt dank engagierter Familien wie den Applebys, wieder auf bemerkenswertem Niveau) – und ebenso hartnäckig in der äußeren Wahrnehmung: britischer Käse = Cheddar.

Was für ein Trugschluss! Denn Anfang der 1980er-Jahre leitete Randolph Hodgson mit Neal’s Yard Dairy nichts weniger als eine Käserevolution ein. Die durch den Krieg nahezu „verloren“ gegangenen Sorten wurden von engagierten Käserinnen und Käsern wiederbelebt.


Und anders als in Deutschland zeigt sich dieser Stolz ganz selbstverständlich an der Käsetheke: Neben dem Produktnamen stehen Farm, Käserei – und oft die Familie dahinter.

Die Wiederbelebung alter Rezepte ist das eine. Ihre Weiterentwicklung – und die Erschaffung neuer Sorten aus genau diesem Geist heraus – das andere. Wir haben beides gekostet!

Zuerst reisten wir kulinarisch in die Cotswolds nach Gloucestershire, zu David Jowetts King Stone Dairy. „Er ist vermutlich einer der besten Cheesemaker unserer Zeit.“ – ein Satz, den ich auf meinen Reisen immer wieder gehört habe. 

Zwei Käse erzählten von dieser Haltung: der weiche, cidergewaschene Yarlington („Yarlington Mill!“) und der halbfeste Ashcombe („Coombes!“). Unterschiedlicher könnten sie kaum sein – und ihre Region kaum präziser widerspiegeln.

Zum großen Finale ging es für uns in die Stichelton Dairy zu Joe Schneider nach Nottinghamshire. Der Robin Hood am Rand des Sherwood Forest – und einer der prägenden Köpfe der Rohmilch-Stilton-Wiederbelebung: „I am sticking to the guns.“
 

Drei Käse, dazu drei sorgfältig ausgewählte Weine – eine gute Stunde Genuss.
Grenzen? Spielten keine Rolle. Kombiniert wurde nach Geschmack.

Nach dem Verkosten gab es wie immer die Käsescheine für YarlingtonAshcombe und Stichelton – inklusive aller Hard Facts und QR-Code zu den jeweiligen Reportagen.
 

Die nächste Käsereise führt mich nach Schweden und Dänemark: Am 19. April kommen bei Nicht nur Käse! Skandinavische Käseschätze auf den Tisch.

Wenige Plätze sind noch frei: info@laurakaldinski.com

 

 

Es geht nicht um Käse. Nicht nur. Sondern auch um die um Geschichten, die er uns erzählt.

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